Der Ariete (deutsch„Rammbock“, „Widder“, lateinisch„Aries“), ursprüngliche Bezeichnung C1 Ariete sowie international auch als Ariete MBT bekannt, ist ein italienischer Kampfpanzer. Er verfügt über aktuelle optische und digitale Bildvergrößerer sowie Feuerleitsysteme und ist nachtkampffähig. Die ersten Exemplare wurden 1995 geliefert, die bislang letzten im August 2002. Seit 2021 werden die Kampfpanzer umfassend modernisiert.
Dieser Artikel beschreibt den italienischen Kampfpanzer Ariete. Zum Truppenverband siehe 132ª Brigata corazzata “Ariete”, zum Flugzeugtyp siehe Aerfer Ariete, zum Hersteller siehe De’Longhi, zur Musikerin siehe Ariete (Sängerin).
Der Ariete wurde zusammen mit dem Radpanzer Centauro in den 1980er-Jahren von einem Firmenkonsortium bestehend aus Oto Melara, Fiat und IVECO (Consorzio IVECO-Oto Melara – CIO) für das italienische Heer entwickelt. Dabei wurden die Panzerwanne und der Turbo-Dieselmotor mit ursprünglich 1.250PS (919kW) von IVECO/Fiat hergestellt, der Drehturm mit der Hauptwaffe sowie das Feuerleitsystem kommen von Oto Melara (heute Leonardo).
Ursprünglich war die Beschaffung von 700 Ariete-Panzern in zwei Baulosen vorgesehen, insbesondere als Ersatz für die M60-Kampfpanzer und für einen Teil der Leopard 1 des italienischen Heeres. Das Programm verzeichnete dann allerdings erhebliche Verzögerungen und Reduzierungen, einerseits wegen der weltpolitischen Entspannung (und der entsprechend geringeren Haushaltsmittel), andererseits wegen der bevorzugten Beschaffung des Centauros als Ersatz für den Restbestand an völlig veralteten M47 in Süditalien. Mit der Heeresverkleinerung in einem entspannteren Umfeld wollte man insbesondere in Mittel- und Süditalien von Kettenfahrzeugen auf mobilere Radfahrzeuge umrüsten.
So wurde das erste Baulos von 400 auf 200 Ariete halbiert und das geplante zweite Baulos von 300 Panzern (einschließlich Spezialversionen) gestrichen. Die 200 zwischen 1995 und 2002 ausgelieferten Ariete-Kampfpanzer gingen im Wesentlichen an drei Panzerverbände in Norditalien und an die Panzertruppenschule im süditalienischen Lecce, später wurde ein mit dem Ariete ausgerüsteter Verband nach Süditalien verlegt. Durch die Auflösung von jeweils einer von ursprünglich vier Panzerkompanien pro Verband sank der Bestand an aktiven Panzern auf etwa 150.
Kampfwertsteigerung
Die Entwicklung des „Ariete 2“ wurde eingestellt; die bereits beschafften Panzer sollten schrittweise auf den Standard „Ariete 2“ gebracht werden (stärkerer Motor mit 1.600PS (1.177kW), Common-Rail-Einspritzung, Zusatzpanzerung). Schließlich entschloss sich das italienische Heer nach der Entwicklung des Radpanzers Centauro 2 für eine kostengünstigere Kampfwertsteigerung (Ariete AMV, ammodernamento di mezza vita, in der Bedeutung von Midlife Update, MLU), indem man etliche neu entwickelte Komponenten und Systeme des neuen Radpanzers Centauro 2 mit den nötigen Anpassungen in den Ariete AMV integrierte. Dies betrifft auch den Motor, der nicht ersetzt, sondern tiefgreifend überarbeitet wurde (1.500PS (1.103kW), 30Liter Hubraum, Common-Rail), auch in diesem Fall unter Übernahme etlicher Bauteile des V8-Motors des Centauro 2. Die Überarbeitung des Getriebes erfolgte mit Unterstützung des Lizenzgebers ZF Friedrichshafen. Mit Zusatzpanzerung und Minenschutzkits erreicht das Gefechtsgewicht nunmehr 62,5Tonnen.[1]
Ab 2021 werden 125 Panzer auf diese Weise umfassend modernisiert und tragen dann die Bezeichnung Ariete AMV. Die ursprüngliche Bezeichnung „C-1 Ariete“ wird praktisch nicht mehr verwendet.
Nutzer
ItalienItalien: Von den 200 beschafften Panzern sind noch rund 150 vorhanden, davon 120 bei drei Regimentern (in Bataillonsstärke), der Rest bei der Panzertruppenschule, bei anderen Stellen und in Depots. Die ausrangierten Panzer befinden sich in einem Materialdepot im norditalienischen Lenta (Stand 2020).[2]
Technische Daten
Ein Ariete feuertEin Ariete von vorne
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